Was der Umgang mit Homeoffice über die Haltung der Führungskraft aussagt.

 
Text Christian Tönne

Text Christian Tönne

 

Viele Führungskräfte tun sich schwer damit, Homeoffice in ihrem Bereich oder Betrieb zu akzeptieren. Das ist erstaunlich: Auf der einen Seite wird von den Mitarbeitenden maximale Flexibilität verlangt. Auf der anderen Seite wird den Mitarbeitenden eben diese nicht mal temporär zugestanden.

Über die möglichen Gründe für die Zurückhaltung beim Thema Homeoffice kann man viel diskutieren. In der Regel geht es aber oft nur um dieses Thema: fehlendes Vertrauen. Der Mitarbeitende könnte ja statt zu arbeiten Kaffee trinken oder auf seiner Terrasse sitzen – oder beides gemeinsam. Man kann ihn da ja nicht kontrollieren.

Das ist des Pudels Kern und sagt viel über die Haltung der handelnden Führungskraft aus. Mein Volkswirtschaftsprofessor hat mal gesagt: Vertrauen ist ein Wirtschaftsfaktor. Da hat er recht. Denn fehlendes Vertrauen kostet Geld, viel Geld und im schlimmsten Fall gute Mitarbeitende. Und das geht so:

Das Menschenbild der Führungskraft ist negativ: Mitarbeitende sind ihrer Meinung nach in der Regel leistungsunwillig und brauchen daher Druck und Kontrolle. Entsprechend geführt, werden leistungsbereite Mitarbeitende zunehmend demotiviert – und erfüllen damit letztendlich die Prophezeiung der Führungskraft. Ein Teufelskreis.

Auch weil erwiesenermaßen die ganz große Mehrheit der Mitarbeitenden bei Arbeitsantritt voll motiviert ist. Die Führungskraft richtet also ihr Führungsverhalten an der sehr kleinen Zahl der leistungsunwilligen Mitarbeitenden aus und vernichtet so mit fehlender Wertschätzung und Misstrauen die Motivation der Mehrheit.

Das ist unnötig. In Zeiten agiler Unternehmen, in denen von den Mitarbeitenden immer mehr Verantwortungsübernahme gefordert wird, funktioniert traditionelle Kontrolle sowieso nicht mehr oder würde unbezahlbar teuer.

In Zukunft können Unternehmen nur mit hochmotivierten Mitarbeitenden überleben. Und die bleiben in einem Unternehmen nur, wenn man ihnen vertraut.

Ach ja: Homeoffice. In einem Unternehmen, wo man Mitarbeitenden vertraut, stellt sich die Frage nicht mehr. Es ist egal, ob ein Mitarbeitender zuhause auf seiner Terrasse sitzt und dabei Kaffee trinkt, oder wieviel Zeit ein Mitarbeitender mit seiner Arbeit verbringt – so lange er herausragende Ergebnisse erzielt. So einfach ist das.

 

 

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Tobias Lüders